Partnerschaft CEBA-Kongo Ev. Kirchengemeinde Wehrheim
       Partnerschaft CEBA-Kongo Ev. Kirchengemeinde Wehrheim

"Das ist der Kongo!"

Dienstag, 16. Juli 2019, Usinger Neue Presse / Lokales

 

Wehrheim/Lubumbashi Menschen versuchen trotz Korruption und anderer Missstände heiter zu bleiben - Delegation der Kirchengemeinde wieder zu Hause

 

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es noch viel zu tun, bis aus einem Unrechtsregime eine wirkliche Demokratie wird. Den Partnern in Lubumbashi hat nicht nur der neue Präsident, sondern auch unser Besuch neue Hoffnung gegeben. Ein Wiedersehen im Kongo oder in Wehrheim ist nicht ausgeschlossen.

 

VON GERRIT MAI

Für Fotos mit den Freunden sind die Kongolesen immer zu haben, und so viel es der Gruppe auch gar nicht schwer, sich mit den Besuchern aus Wehrheim für eine Aufnahme aufzustellen

Schläft der Gott des Kongo etwa? Oder hat er das riesige Land gar verlassen? Das fragen sich unsere Partner der Kirche Ceba in Lubumbashi angesichts der Misere, in der sie Tag für Tag leben, immer wieder. Dennoch geben sie nicht auf und glauben so fest an ihn, wie wir es uns kaum vorstellen können. "Dieser Glaube gibt uns Kraft", sagt Baudouin Lwinda, der Geschäftsführer unserer Partnerschaft, der in Lubumbashi die Spenden aus Wehrheim zuverlässig verwaltet und weiter gibt. "Aber er hat viel Arbeit." Und er tue heute noch Wunder. Zwar nicht, indem er 5000 Menschen mit zwei Fischen und fünf Broten speise, sondern indem er das schmale Einkommen etwa eines Lehrers von 65 Dollar im Monat - wenn er es denn überhaupt bekomme - quasi verdoppele. Nicht im realen Sinn, sondern indem er den Menschen die Kreativität gebe, mit dem Geld über die Runden zu kommen. "Eigentlich kann man davon nicht leben, aber wir tun es."

 

 

 

 

Auch junge Frauen haben es schwer: Viele heiraten viel zu früh oder müssen ihre Schulausbildung abbrechen.

 

 

 

 

Solche Märkte sind die Haupteinnahmequellen von Frauen, aber die Konkurrenz ist groß. Fotos: Gerrit Mai

Hoffen auf Veränderung

Seit der Wahl des neuen Präsidenten Felix Tshisekedi, haben die Menschen bezüglich der Entwicklung des Landes Hoffnung geschöpft. Es gibt viel zu tun: Menschenrechte müssen geachtet, Korruption unterbunden und Arbeitsplätze geschaffen werden. Damit Kinder, die eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben, auch Arbeit bekommen.

In der Demokratischen Republik Kongo ticken die Uhren noch anders. Da kommt es vor, dass jemand ein Grundstück kauft, bezahlt, aber der bisherige Eigentümer den Verkauf bestreitet und ein Papier vorlegt, wonach der Verkauf nie stattgefunden hat. Korruption macht's möglich. Das ist für Menschen, die kaum das Geld zum Überleben haben, schwer zu verkraften. Aber, das ist der Kongo: "C'est le Congo". Das ist der Satz, den wir in solchen Fällen zu hören bekommen. Anders könnte die Bevölkerung die Ungerechtigkeiten wohl nicht aushalten.

Klar ist, dass es in einem Land, das sieben Mal größer ist als die Bundesrepublik, das rund 80 Millionen Einwohner in 26 Provinzen hat, vom Präsidenten von der Landeshauptstadt Kinshasa aus strikt zentralistisch regiert wird, der Aufbau demokratischer Strukturen umso schwieriger ist. Fernverbindungen, sei es durch Straßen oder Bahn, sind kaum vorhanden. Geld wäre genug da, wenn die Erlöse aus den Bodenschätzen wie Kobalt, Coltan, Kupfer, Diamanten oder Gold nicht in dunkle Kanäle fließen, sondern dem Aufbau dienen. Wie groß die Rolle Chinas dabei ist, erkennen wir daran, dass Toiletten oft in chinesischer Sprache beschriftet sind und sogar das Klopapier aus der Volksrepublik stammt. Wir haben es jedoch als positiv empfunden, dass der Unabhängigkeitstag, der am 30. Juni an die Befreiung von den Belgiern als Kolonialherren im Jahr 1960 erinnert, zum ersten Mal nicht mit Militärparaden, sondern wie der Präsident es wünschte, "meditativ" - von unseren Partnern mit einem bewegenden Gottesdienst - begangen wurde.

  

Aufopfernd gastfreundlich

Überhaupt gab es viele bewegende, bedrückende Erfahrungen und Begegnungen, aber auch zuversichtliche und fröhliche, welche die Gastfreundschaft und die Hoffnung unserer Partner ausdrücken. Erschreckend war es für uns zu sehen, wie vor allem die Frauen, aber auch schon die Mädchen, müde in sich zusammensanken, wenn sie sich unbeobachtet fühlten. Nach 14 Stunden Flug und Aufenthalt in Adis Abeba waren wir dann zurück in unserer vor allem finanziell relativ abgesicherten Welt, in der Autos an Ampeln halten und wer arbeitslos oder arm ist, Unterstützung erhält, auch wenn das vielen zu wenig erscheint. Verglichen mit dem Kongo leben wir in einem luxuriösen Jammertal. Aber auch, dass die Besuche den Partnern Hoffnung geben, uns auf den Boden der Tatsachen zurückholen, und wir unseren Lebensstandard auch nicht uns allein zu verdanken haben.

 

Solidaritätskonto und Patenschaften

Bei unserem Besuch haben uns viele Hilferufe erreicht. Wir können nur wenige berücksichtigen, haben mit dem Geld, das uns Wehrheimer mitgegeben hatten, Lehrern, Pfarrern und Frauen spontan geholfen, uns aber auch nach langfristigen Projekten umgesehen. Das Solidaritätskonto der Frauen, in das jede monatlich einen kleinen Beitrag leistet, hat uns stark beeindruckt. Gerät eine Frau in Not oder möchte sich zur Existenzsicherung ein kleines Geschäft aufbauen, bekommt sie einen Kredit, den sie mit Zinsen zurückzahlt. Das Geld aufzustocken, erscheint sinnvoll, allerdings nur, wenn die Frauen darüber selbst entscheiden können. Die Unterstützung von Schülern - insbesondere von benachteiligten Mädchen und Waisen - durch Patenschaften, könnte ein weiteres Projekt sein. Da die Bezahlung der Lehrer davon abhängt was eingeht, verbesserte sich ihr Gehalt und die Ausstattung der Schulen ebenfalls. Entschieden wird das jetzt im zuständigen Ausschuss der evangelischen Kirchengemeinde. mai

Ein Traum wird wahr

Dienstag, 09.07.2019, Usinger Neue Presse / Lokales

 

Lubumbashi/Wehrheim Neues Krankenhaus in der evangelischen Partnerkirche eingeweiht

 

Das Krankenhaus "Rose Vogelmann" in Lubumbashi ist nach acht Jahren eifrigen Bauens eingeweiht worden. Wir hatten für die Klinik Medikamente und weitere nötige Utensilien in die Koffer gepackt, auf dem Heimweg sollen sie mit Kunstgewerbe und dort genähten Kleidern gefüllt sein, um das Handwerk zu unterstützen.

 

VON GERRIT MAI

Dienstag, 09. Juli 2019, Usinger Neue Presse / Lokales

 

 

 

 

 

Für Rose Vogelmann ist die Einweihung des Krankenhauses eine sehr emotionale Angelegenheit.

Für Rose Vogelmann war alles sehr emotional. Lange hatte die 79-jährige Krankenschwester der Einweihung entgegen gefiebert, bei ihrer Rede war sie so überwältigt, dass ihr die Worte fehlten. Verständlich, wenn man bedenkt, unter welch primitiven Umständen vor fast 45 Jahren alles begonnen hatte. Zur feierlichen Einweihung war auch Joseph Sambi, der Gesundheitsminister der Provinz Haute Katanga gekommen. Er hatte sein Versprechen eingelöst, dass er beim Besuch unserer Gruppe, zu der wie berichtet, Pfarrer Mattias Laux, Hannelore Gal und Philippe Yangala gehörten, im Ministerium gegeben hatte.

 

Feier nach Protokoll

Die Gäste mussten zwar eine Stunde auf ihn warten, aber er sei für das Hospital enorm wichtig, erklärte der Bischof der Partnerkirche Ceba der evangelischen Gemeinde Wehrheim, Elie Kabwe.

Die Feierstunde verlief streng nach Protokoll: Wir Ehrengäste mussten im Auto warten, bis die Vorbereitungen perfekt waren. Singende und tanzende Frauen hatten uns aber schon beim Einbiegen in die Straße abgeholt, und sie unterhielten die Gäste bis der Minister eintraf und viele neugierige Kinderaugen beobachteten das Geschehen.

Bischof Elie Kabwe bedankte sich bei allen am Bau des Hospitals Beteiligten: Bei den Spendern aus dem Taunus, die ihn mit 80 000 Euro ermöglicht, Geschäftsführer Baudouin Lwinda, der das Geld verwaltet, und die Arbeiter, die das Gebäude errichtet hatten. Vor allem aber Schwester Rose, die durch ihre Arbeit die Basis gelegt hatte.

Kirche sei im Kongo nicht nur für das Spirituell-Geistliche zuständig, sie setze sich für Frieden, medizinische Betreuung und soziale Gerechtigkeit ein. Eine Kooperation zwischen ihr und dem Staat sei immens wichtig, denn: "Der Kongo braucht Hilfe", so der Bischof. Konkret dürfte sie vorerst nicht werden, da auch die Provinzregierung neu ist, und der Minister sich einarbeiten muss. Aber er hob hervor, wie wertvoll diese Verbindung für ihn ist.

  

20 Betten für Akutfälle

Bei einem Empfang der Besucher aus Deutschland hatte auch Gouverneur Jacques Kyabula sich zuvor für den Bau des Krankenhauses in einem Stadtteil von Lubumbashi, in dem die Armut besonders groß ist, bedankt.

Dr. Mike als zuständiger Arzt, und Schwester Choudell, die fürs Management zuständig ist, behandeln auch Patienten, die nicht zahlen können. Das helle, freundliche Haus hat eine Entbindungsstation und einen Operationssaal sowie 20 Betten in verschiedenen Räumen: für akute Fälle, für Kinder, und für Frauen nach der Entbindung. Deren bestmögliche Versorgung besonders wichtig ist, weiß der Arzt. Es gibt ein Ultraschallgerät, ein Wärmebett für Frühchen, ein Labor und eine kleine Apotheke, so dass Hannelore Gal, die Ärztin unserer Gruppe, sicher ist, das dort gut gearbeitet werden kann.

Matthias Laux betonte bei der Einweihung, dass die Wehrheimer viel gespendet hatten, aber auch mit ihren Gebeten bei den Menschen der Partnerkirche seien. Wir hatten Blutdruck- und Diabetes-Messgeräte, Babykleidung, Bettwäsche und Medikamente in den Koffern, und auf dem Rückweg soll mindestens einer davon mit kongolesischem Kunstgewerbe sowie mit bunten Hemden für die Männer und Kleidern für die Frauen gefüllt sein, denn eines muss man den Frauen dort lassen: Sie sind nicht nur außerordentlich hübsch, sondern zu besonderen Anlässen auch "trés chic" (im Kongo spricht man Französisch), angezogen. Sie haben versprochen, die Kleider zu nähen.

 

400 Lastwagen mit Waren

Ein Höhepunkt der Reise war zudem der Besuch einer weiteren Gemeinde der Kirche Ceba in Kasumbalesa, einer hundert Kilometer entfernten Grenzstadt zu Sambia.

Sie ist der Hauptumschlagplatz für Waren in insgesamt neun Länder Afrikas, die zu 99 Prozent Bodenschätze sind. Am Tag werden bis zu 400 Lastwagen abgefertigt, dennoch ist die Situation der Bevölkerung noch prekärer als die in Lubumbashi, erfuhren wir von der Bürgermeisterin. Die Straßen, umsäumt von armseligen Hütten, taugen bei uns nicht einmal als Feldwege - Löcher und tiefe Gräben überall. Die Bevölkerung versucht sich - wie in vielen Städten des Kongo - mit Verkaufsständen am Straßenrand über die Runden zu bringen.

Beim Gespräch mit den Frauen bekommen die Gäste aus Wehrheim tiefe Einblicke in das Leben der Frauen im Kongo.       Fotos:  Mai

Frauen als Ernährer der Familie

Die Frauen in der Demokratischen Republik Kongo haben es besonders schwer. Ihre Anrede "Maman" ist zwar ein respektvoller Titel, aber die Realität sieht anders aus. Morgens zwischen vier und fünf Uhr stehen sie auf, um etwas zu finden, was sie an diesem Tag ernährt. Sie kaufen Kohle, Apfelsinen oder Eier am Stadtrand, um sie in der Stadt mit geringem Gewinn zu verkaufen. Gelingt das nicht, bleiben die Kinder hungrig. "Das tut uns sehr weh." Das Schulgeld beträgt, je nach Schule und Alter zwischen 20 bis 40 Dollar im Monat - beim Einkommen eines Lehrers von etwa 65 Euro. Oft bekommt er das Gehalt, das der Staat zahlen soll, jedoch nicht. Viele Männer und studierte junge Leute sind arbeitslos, die Zahl der Straßenkinder hoch. Meist sind es Frauen, die mit viel Kreativität die Familie ernähren, Rechte haben sie kaum. Ein Beispiel: Während der Reise haben uns ausschließlich Männer begleitet. Beim intensiven Austausch mit den Frauen blieben sie, auf unseren Wunsch, außen vor, wofür die Mamans applaudierten. mai

Im Kongo willkommen geheißen

Montag, 01.07.2019, Usinger Neue Presse / Lokales

 

Wehrheim/Lubumbashi Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde erreicht                             Ceba-Partnergemeinde – Programm geht sofort los

Mitten in Afrika sind die Temperaturen angenehmer als in Wehrheim. Aber die Besucher, die für zwei Wochen dorthin gereist sind, kommen auch ohne Hitze ins Schwitzen, denn es gibt einiges zu tun. Die Kongolesen möchten sie hautnah kennenlernen und mit ihnen reden. Zudem sind sie bei der Einweihung des Krankenhauses dabei, das Wehrheimer mit finanziert haben. Unsere Mitarbeiterin Gerrit Mai ist mit der evangelischen Kirchengemeinde mitgereist und beschreibt in mehreren Berichten ihre Eindrücke.

Gruppenbild mit Lebensretter: Paul, der portable Wasserfilter, wird in Empfang genommen. Fotos: Gerit Mai

Paul ist gut angekommen. Eingepackt in ein riesiges Paket, umgeben von dicken Schichten Frischhaltefolie und Klebeband, hat er sich auf die 14-stündige Reise in die Demokratische Republik Kongo, nach Lubumbashi, der zweitgrößten Stadt des Landes in der Mitte Afrikas, gemacht. Er ist zwar nicht allein, aber wir, seine Begleiter, Pfarrer Matthias Laux, Hannelore Gal und Philippe Yangala, dürfen nicht mit in den Frachtraum.

Im Kongo bringt Paul viel Freude, denn er macht verschmutztes Wasser trinkbar, seine Artgenossen werden in Kriegs- und Krisengebieten schon lange eingesetzt. Er befreit ohne viel Aufhebens lebensnotwendiges, aber nicht trinkbares Nass von Keimen, Bakterien, Viren und anderen Verschmutzern. Stolze 1200 Liter schafft Paul am Tag.

Sein Name steht für Portable (tragbare), Aqua (Wasser), Unit (Einheit) for Livesafing (zur Lebensrettung). Er kann auf dem Rücken transportiert werden und hat einen Membranfilter.

 

Klinik mitfinanziert

Philippe Yangala, Kongolese, der seit fast 30 Jahren in Deutschland lebt, hatte Paul an der Universität Kassel entdeckt, nahm Kontakt zu seinem Entwickler, Professor Franz-Bernd Frechen auf, und nahm den Wasserrucksack mit in den Kongo. Paul ist neben Medikamenten, Blutdruckmessgerät oder Bettwäsche für die Klinik das größte Geschenk, das wir dabei haben.

Die Klinik ist von Spendern aus der Taunus-Region mitfinanziert, und es ist daher ein schöner Auftrag, die Einweihung in der kommenden Woche zu erleben. Zu diesem Zweck ist Bischof Elie Kabwe, der zeitweise in Schweden lebt, angereist.

Schon die Begrüßung am Flughafen ist phänomenal und herzlich. Frauen und Mariner stehen am Eingang, singen, tanzen, und jeder Einzelne heißt die Gäste mit Handschlag oder Umarmung herzlich willkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine traditionelle Geste: Maman Kyumbu wäscht Hannelore Gal die Hände vor dem Essen.

Neue Projekte

Es ist ein gutes Gefühl, wieder angekommen zu sein, denn die Menschen sind es wert, haben kaum das Nötigste zum Überleben, strahlen aber Lebensfreude und Hoffnung aus, die wir uns kaum vorstellen können. Sie haben nach der Wahl des neuen Präsidenten Felix Tshisekedi etwas mehr Hoffnung, als bei unserem bis dahin letzten Besuch vor acht Jahren. Doch bis ein neuer Mann nur wenig ändern kann, dürfte es lange dauern, das wissen auch die Kongolesen.

Nach Begrüßungsgottesdienst und Andacht am Grab des 2015 verstorbenen Gründers der Kirche Ceba (Comrnunaute Episcopale Baptiste en Afrique - Baptistisch- Bischöfliche Gemeinde in Afrika) und Bischofs Kabwe Ka Leza, dem Vater des heutigen Kirchenoberhauptes, beginnt auch schon der anstrengende Teil von den Partnern gut durchorganisierten Reise, die kaum eine Verschnaufpause vorsieht. Gespräche mit dem Bischof, mit Pfarrern, Lehrern und Schuldirektoren, Studierenden, dem Leiter der kleinen Universität, welche die Kirche Ceba auf dem kleinen Gelände anbietet, sind zuerst dran.

Im schulischen Bereich gibt es vor allem auch für Mädchen viel zu tun, denn der Staat baut weder  Gebäude noch bezahlt er die Lehrer so, dass sie davon leben können. Hier könnte ein kleines, neues Hilfsprojekt ansetzen.

Allerdings brauchen auch die Frauen, die das Leben im Kongo am Laufen halten und bei der Bildung zu kurz kommen, Unterstützung. Schwester Rose Vogelmann, die Krankenschwester, die viele Jahre Verbindungsfrau der Partnerschaft war, und Geschäftsführer Baudouin Lwinda sind weitere wichtige Gesprächspartner.

Eines ist im Kongo indes besser als zurzeit im Taunus: Es ist kaum wärmer als 27 Grad, nachts kühlt es auf 15 Grad und weniger ab. Zu dem weht ein angenehmer Wind, der jedoch den roten Staub der unbefestigten Straßen umher wirbelt.

Es sind spürbare Ansätze zu besserem Leben vorhanden, aber das hat auch Nachteile: Die nach wie vor maroden Straßen bewältigen - anscheinend ohne Regeln, Schilder und Ampeln - die neue Autoflut kaum, auch wenn ein Auto von mindestens sechs, ein Kleinbus von unzähligen dicht gedrängt sitzenden Menschen genutzt wird. Überholen in dritter Reihe, Hupen ohne Unterlass und kleine Karambolagen sind gang und gäbe.

"Gott schläft nicht"

USINGER ANZEIGER, erschienen am 16.07.2019 um 12:00 Uhr

 

Eine Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Wehrheim besucht den Kongo und erlebt viel Herzlichkeit, aber auch den täglichen Kampf ums Überleben

Eindrücke aus dem täglichen Leben im Kongo.  Alle Fotos: Gerrit Mai

WEHRHEIM (RED) - Die evangelische Kirchengemeinde Wehrheim hat eine eindrucksvolle Reise hinter sich. Hannelore Gal, Gerrit Mai, Matthias Laux und Philippe Yangala machten sich auf den Weg in den Kongo, genauer nach Lubumbashi, und statteten der Partnerkirche Eproba Ceba einen Besuch ab. Über ihre Erlebnisse dort haben sie eine kleine Reportage geschrieben.
 
"Die Kongolesen haben neue Hoffnung bekommen. In der Demokratischen Republik Kongo hat sich in den acht Jahren, die seit dem letzten Besuch einer Gruppe aus Wehrheim vergangen sind, schon etwas verändert. Nach den Wahlen und mit dem neuen Präsidenten Felix Tshisekedi hoffen die Mitglieder der Partnerkirche Ceba der evangelischen Kirchengemeinde Wehrheim auf weitere Verbesserungen. Bei dem miserablen Zustand, in dem sich das Land befindet, geht das allerdings nicht von heute auf Morgen, auch das haben, Hannelore Gal, Gerrit Mai, Matthias Laux und Philippe Yangala in den beiden Wochen festgestellt.
 
Sicher ist in der zweitgrößten Stadt des Landes gar nichts, und die Gastgeber - unter ihnen auch Bischof Elie Kabwe, der Sohn des Kirchengründers Kabwe Ka Leza - begleiten die Wehrheimer Delegation bei ihren Exkursionen.

Das Bild zeigt die Schule Mulinzi, die von den Wehrheimern finanziert wurde.

Eine Reise in den Kongo ist eine Erfahrung der besonderen Art. Der Ausspruch: "C'est le Congo - das ist der Kongo" bezieht sich auf viele Diskrepanzen: Für Gäste geben die Menschen ihr letztes, auch wenn sie am nächsten Tag nicht wissen, wie sie überleben sollen.
 
Wie das aussieht, davon haben die "Mamans" - das ist ein Ehrentitel für Frauen - in dreistündigen offenen und für die Besucher aus Wehrheim bewegenden bis bedrückenden Gesprächen erzählt. Der Alltag beginnt morgens um 4 Uhr mit der Beschaffung von Waren, die sie kaufen und mit geringem Gewinn weiter verkaufen können. Funktioniert das nicht, müssen auch die Kinder hungern. Meist gibt s auch nur eine Mahlzeit am Tag. Die Frauen sind stark, aber noch lange nicht gleichberechtigt. Männer bestimmen auch die Geschicke der Kirche. Die Frauengruppe braucht zu den meisten Entscheidungen die Zustimmung der Männer. Doch haben die Frauen ihre eigene Solidaritätskasse, aus der in Not Geratene Unterstützung bekommen. Mädchen heiraten früh, Prostitution als Einnahmequelle, aber auch Vergewaltigungen sind nicht selten. Viele müssen Schule oder Universität abbrechen, weil das Geld fehlt. Das wiederum vermindert die Einnahmen der Lehrer, die sowieso schon kaum von ihrem Verdienst leben können. Von maroden Gebäuden und fehlender Ausstattung gar nicht zu reden.
 
Auch die Pfarrer der vielen kleinen Gemeinden haben es schwer, sie bekommen kein Gehalt und müssen ihren Lebensunterhalt auf andere Weise verdienen. Arbeit zu finden ist schwer, da die Arbeitslosenquote extrem hoch ist. Auch mit guter Ausbildung oder Universitätsabschluss haben junge Leute kaum eine Chance auf einen Arbeitsplatz - ein Kreislauf, der nicht zu durchbrechen scheint.
 
Die Wehrheimer besuchen den Gouverneur und den Minister für Gesundheit der Provinz Haut Katanga. Beide betonen die Bedeutung der Arbeit der Kirchen für Gesundheit und Ausbildung der Bevölkerung, hoffen aber auch, dass der Staat das irgendwann übernehmen kann.
 
Absolute Armut
Ein Ausflug an die Grenze zu Sambia zeigt eine weitere Diskrepanz. Dort werden durch den Warenexport - vor allem Bodenschätze - nach Nigeria, Südafrika und weiteren Länder Afrikas hohe Zölle eingenommen. Doch der Stadt kommt das nicht zugute. Die absolute Armut Kasumbalesas ist offensichtlich. Auch dort gibt es eine Gemeinde der Kirche Ceba, und ein städtisches Krankenhaus, bei dem die Mittellosigkeit aus jedem der engen, dunklen Räume schaut.
 
Wie anders ist doch das Hospital "Rose Vogelmann", benannt nach der Krankenschwester Rose Vogelmann, mit der Anfang der 1970er-Jahre die Partnerschaft begonnen hat. Das haben Spender der Partnerkirche aus Wehrheim in den letzten acht Jahren mit finanziert. Der Höhepunkt der Wehrheimer Besuchergruppe war die Einweihung des Hospitales, zu der auch der Gesundheitsminister Dr. Joseph Sambi gekommen ist. Das ist wichtig, denn mit ihm müssen die Mitarbeiter zusammenarbeiten. Leiter ist der Arzt Dr. Mike, der schon in der Gesundheitsstation, die früher am gleichen Ort gestanden hat, tätig war. Er behandelt auch Menschen, die nicht zahlen können, und das ist im bettelarmen Stadtteil Katuba besonders wichtig. Als besonderes Geschenk brachten die Wehrheimer "Paul" mit - eine von der Universität Kassel entwickelte Wasseraufbereitungsanlage, die täglich 1200 Liter verunreinigtes Wasser zu Trinkwasser filtern kann.
 
Der Glaube hilft
Von unschätzbarem Wert für die Partner ist der kongolesische Geschäftsführer Pfarrer Baudouin Lwinda, der seit vielen Jahren zuverlässig und solide das Spendengeld etwa für die Finanzierung des Krankenhauses, aber auch für Patenschaften verwaltet und verteilt.
 
Er ist sicher, dass Gott, an den viele Kongolesen fest glauben, den Kongo nicht verlassen hat, wie manche annehmen könnten. Schlafen dürfte er auch nicht, das zeigt die Tatsache, dass die Bevölkerung allen Problemen zum Trotz überlebt. Ihre lebendigen Gottesdienste und ihre vertrauensvollen Gebete sind für die Wehrheimer Besucher ergreifende Zeugnisse dafür geworden, wie der harte Alltag durch gelebten Glauben bewältigt werden kann.
 
Die Delegation aus Wehrheim hat erneut die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Partner erfahren dürfen und wird nach den vielen eindrücklichen Gesprächen in nächster Zeit entscheiden, wie weitere Hilfe aussehen kann. Zwei Dinge stehen im Vordergrund: Die Unterstützung der Frauen und die der Schüler.
 
Am Sonntag, 28. Juli, um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche in Wehrheim wird die Besuchergruppe einen Gottesdienst mit ihren Eindrücken aus Lubumbashi gestalten.
 
Es gibt für den Kongo ein Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Oberursel: Ev. Kirchengemeinde Wehrheim, Partnerkirche CEBA-Kongo - IBAN DE23 5006 1741 0305 0109 42.

Delegation aus Wehrheim besucht Partnerkirche im Kongo

USINGER ANZEIGER, erschienen am 24.05.2019 um 23:00 Uhr

 

Pfarrer Matthias Laux, Philippe Yangala, Gerrit Mai und Hannelore Gal reisen am 26. Juni in den Kongo, um die Freundschaft zwischen der evangelischen Kirche Wehrheim und der Kirche Ceba in Lubumbashi zu vertiefen und sich ein Bild über die Fortschritte in dem Hilfsprojekt zu machen. Jüngster Meilenstein: ein neues Krankenhaus.

Die Kongo-Delegation, Philippe Yangala (von links), Pfarrer Matthias Laux, Hannelore Gal und Gerrit Mai, will sich beim Besuch der Partnergemeinde im Kongo vor Ort ein Bild von der Lage machen. Foto: Schmah-Albert

WEHRHEIM - Seit 1974 lebt die Partnerschaft zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Wehrheim und der Kirche Ceba in Lubumbashi. Für die Menschen in der mit zwei Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt der Demokratischen Republik Kongo bedeutet diese Partnerschaft neben der finanziellen Unterstützung auch eine wichtige menschliche und mentale Stütze. Denn obwohl die Demokratische Republik Kongo mit Bodenschätzen wie Kupfer, Uran, Coltan oder Kobalt zu den reichsten Ländern der Erde gehören müsste, ist sie dennoch eines der ärmsten Länder. Korruption, Gewaltherrschaft und Kriege lassen das Land seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen, tragen zur Armut bei, weil ein normales Leben nicht möglich ist.

 

Derzeit steht das Land, das sieben Mal so groß ist wie Deutschland und mehr als 80 Millionen Einwohner hat, auf Platz 176 von 189 des Indexes der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen, berichtet der gebürtige Kongolese Philippe Yangala, Mitglied des Ceba-Ausschusses der evangelischen Kirchengemeinde. Hoffnung keime seit der Ernennung des neu gewählten Präsidenten Anfang dieses Jahres auf. Es herrsche auch in den von Milizen umkämpften Gebieten im Osten des Landes "relative Ruhe". Der Wechsel sei spürbar und die Zivilgesellschaft sei sehr lebendig und aktiv auf dem Weg in eine demokratische Entwicklung.

 

Hoffnung gebe auch die Partnerschaft der Kirchen, zumal die Hauptlast zum Aufbau und Erhaltung des Schul- und Gesundheitswesens bei den Kirchen liege. Dank des Engagements aus Wehrheim konnten im Laufe der letzten 45 Jahre einige Großprojekte, wie der Bau von insgesamt drei Schulen und zuletzt der Bau eines Krankenhauses in Lubumbashi verwirklicht werden. Zudem gibt es rund 70 persönliche Patenschaften mit monatlicher Unterstützung. Er könne monatlich rund 3000 Euro zur Partnergemeinde überweisen, weil es drei Großspender in Wehrheim gebe und weil die vielen kleinen Spenden sowie die Erlöse aus dem Weltladen zugunsten der Projekte diese regelmäßige Unterstützung ermöglichten, so Pfarrer Matthias Laux im Gespräch mit dem Usinger Anzeiger. Wichtigster Verbindungspartner sei Pastor Baudouin Lwinda, der Geschäftsführer der Partnerschaft im Kongo.

 

Die Partnerschaft lebt auch von gegenseitigen Besuchen, auch wenn dies nicht immer leicht ist. Schon im letzten Jahr hatte eine kleine Gruppe aus Wehrheim die Partnergemeinde besuchen wollen, allerdings machte die schwierige Lage im Kongo die Reise unmöglich. Die letzte Reise hatte 2011 stattgefunden, nun aber soll es klappen: Am 26. Juni soll der zweiwöchige Besuch starten. Die Reise werde selbstverständlich von jedem selbst privat bezahlt, damit kein Spendengeld hierfür aufgewendet wird, unterstreicht Pfarrer Laux. Neben ihm selbst werden noch Philippe Yangala, Gerrit Mai und Hannelore Gal nach Lubumbashi reisen. Sie sei durch den Partnerschaftsgottesdienst (der UA berichtete) auf die Projekte aufmerksam geworden, so Gal gegenüber dem Usinger Anzeiger. Sie begrüße es, dass die Spenden ohne Verwaltungsaufwand direkt genau dort ankommen, wo sie benötigt würden, und nicht in irgendwelchen Taschen versickerten. In Lubumbashi werden die Wehrheimer unter anderem das inzwischen in Betrieb genommene Krankenhaus besichtigen und natürlich auch die Bücher über die Verwendung der Spendengelder kontrollieren. Rund 80000 Euro haben der Bau und die Ausstattung des Krankenhauses gekostet, gibt Pfarrer Laux die Zahlen bekannt. In diesem Krankenhaus werden vor allem gynäkologische Behandlungen und Operationen sowie Entbindungen vorgenommen und seit Neuestem sei auch die Universität involviert. Und weil die aus Deutschland stammende, aber schon seit über 45 Jahren im Kongo lebende, inzwischen 80-jährige Schwester Rose Vogelmann die Partnerschaft einst mitinitiierte und bis heute in großem Maße und mit viel persönlichem Engagement vor Ort lebendig hält, trägt das Krankenhaus den Namen "Universitätskrankenhaus Rose Vogelmann".

 

Als neues Projekt soll die Bildung von Frauen im Fokus stehen. Im Kongo sind 19 Prozent der Männer und Prozent der Frauen Analphabeten. Wie einschneidend die Konsequenz hieraus ist, haben die Wehrheimer beim letzten Besuch erfahren, als eine Frau einen Kugelschreiber zurückgab, weil sie weder lesen noch schreiben konnte. Aber ohne Bildung kann das Land sich nicht entwickeln. Es sei erwiesen, dass Afrikas Frauen und Mädchen Trägerinnen sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung und Haupternährerinnen der Familien seien. Frauen hätten erheblichen Anteil an der Entwicklung der Gesellschaft. Aber wenn eine Familie, weil das Geld zum Überleben fehle, nur ein Kind zur Schule schicken könne, sei es mit Sicherheit ein Junge. Frauen müssten Kinder hüten und früh heiraten - vieles hänge von Traditionen ab, so Pfarrer Laux. Die Besucher möchten daher genau hinschauen, wo Hilfe nötig und wo sie möglich ist. "Wir können nur an Stellen helfen, an denen es gewünscht ist. Etwa mit Paten, die explizit Mädchen Schulbildung ermöglichen, oder durch Kleinkredite, um Frauen den Verkauf von Brot, Gewürzen oder Obst zu ermöglichen, mit dem sie ihre Familien über die Runden bringen".

 

Spenden sind auf das Konto der Partnerschaft der evangelischen Kirchengemeinde:

IBAN DE2350061 7410305010942, Stichwort Frauenbildung, möglich.

Neuigkeiten aus Lumbumbashi . . .

Zurückhaltung beim Benefizlauf in Obernhain

USINGER ANZEIGER von sai,  Erschienen am 14.05.2019 um 23:00 Uhr

Nur ein kleines Starterfeld beim "Lauf für Afrika - Lauf fürs Überleben" bei der Laufveranstaltung in Obernhain.

Während Jan Büchner als jüngster Teilnehmer bereits lossprintet (und am Ende auch als erster ins Ziel kommt), machen sich Sebastian Schmidt-Focke und TVO-Vorstand Dustin Berger (links) mit Schwimmbrille einen Spaß und deuten einen Kopfsprung ins (Regen) Wasser an. Foto: Schmah-Albert

OBERNHAIN - Echte Sportler kennen offenbar kein schlechtes Wetter und je jünger, umso weniger scheint ein bisschen Nass von oben den Läufern etwas auszumachen.

 

Schon die Bambini waren in großer Zahl angetreten (der UA berichtete) und die Schüler waren mit 38 Finishern ebenfalls in gewohnter Größenordnung dabei. Lediglich beim Jedermann-Lauf war die Teilnehmerzahl diesmal eher überschaubar. Vor allem, dass sich diesmal recht wenige Teilnehmer aus Wehrheim angemeldet hatten, war etwas enttäuschend, ist der Jedermann-Lauf doch gleichzeitig ein Benefizlauf zugunsten der Projekte der Wehrheimer Partnergemeinde in Lubumbashi in der Republik Kongo.

 

Schon seit vielen Jahren unterstützen die Wehrheimer verschiedene Projekte, zuletzt den Bau einer Krankenstation. "Es werden aber noch viele medizinische Instrumente und Geräte gebraucht", beschrieb Philippe Yangala am Stand des Partnerschaftsausschusses der evangelischen Kirche, wofür die "erlaufenen" Spendengelder gedacht sind.

 

Für zukünftige Projekte, die aus Wehrheim unterstützt werden sollen, hat der Partnerschaftsausschuss die Stärkung von Frauen und Mädchen im Kongo in den Fokus gerückt. Denn nach wie vor sei die Situation der weiblichen Bevölkerung in dem patriarchalisch geprägten Land sehr prekär, betont Pfarrer Laux gegenüber dem Usinger Anzeiger. "Wenn Afrika eine Chance bekommen soll, sich weiter zu entwickeln, dann geht das nur, indem man die Frauen stärkt, ihnen Zugang zu Schulbildung und beruflicher Perspektive ermöglicht", ergänzte Kerstin Dann-Laux. Es gibt also noch viel zu tun in der Partnergemeinde im Kongo und der Benefizlauf, der jedes Jahr unter dem Namen "Lauf für Afrika - Lauf fürs Überleben" steht, ist ein kleiner Beitrag dazu.

 

24 Läufer hatten sich angemeldet und Sponsoren für ihren Lauf benannt, außerdem wird das Startgeld stets vom TVO für diesen Zweck gespendet. Wie Pfarrer Matthias Laux berichtet, waren am Abend in der Spendenbox 368 Euro. Wie hoch außerdem die Summe der Startgelder, die traditionell vom TVO noch großzügig für den guten Zweck aufgestockt werden, sein wird, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

 

Laux zeigte seine Dankbarkeit für den Einsatz der Läufer und steuerte bei der Siegerehrung auch kleine Sachpreise bei. Auch wenn die Teilnehmer weniger aus sportlichem Ehrgeiz als aus sozialer Motivation mitmachen, so gab es doch beachtliche Zeiten.

 

Der erste Läufer, der das Ziel erreichte, war mit 12,19 Minuten gleichzeitig auch der jüngste Teilnehmer: Jan Büchner von der SG Frankfurt-Nied, Jahrgang 2007. Sebastian Schmidt-Focke, der zusammen mit TVO-Vorstand Dustin Berger den Regen verballhornend mit Schwimmbrille gestartet war und einen Kopfsprung ins kühle Nass andeutete, kam als erster Läufer aus Obernhain nach 14,52 Minuten (Platz 5) ins Ziel, Dustin Berger (Jahrgang 1995) als achter mit 15,45 Minuten. Die erste Finisherin, Sky Gauff aus Neu-Anspach, war bei der Damenwertung ebenfalls die jüngste Teilnehmerin (Jahrgang 2005). Es sei aber sehr schön, dass sich alle Altersklassen beim Jedermann-Lauf wiederfänden, so Sören Ebert vom Orga-Team. Erich Lange aus Schloßborn (Jahrgang 1954) war der älteste Finisher und wurde ebenso von den Zuschauern bejubelt, wie diejenigen, die als erste die Ziellinie erreichten. Auch das gehört zur sportlich- fairen und freundlichen Atmosphäre beim Obernhainer Volkslauf, weshalb dieser Laufevent weit über die Grenzen des Usinger Landes so beliebt ist, wie der Blick auf die Ergebnislisten (unter www.obernhainer-volkslauf.de abrufbar) belegt.

28. Februar 2016 - Rückblick Partnerschaftssonntag

Das letzte Wochenende im Februar stand ganz im Zeichen des Kongo. Als besonderen Gast hatten wir den neuen Bischof unserer Partnerkirche CEBA, Elie Kabwe Mulongo. Auch Schwester Rose Vogelmann und eine Mitarbeiterin des Bischofs aus Schweden, Reetta Kemppainen, gehörten zu den Besuchern.

Selbstverständlich hatte Bischof Elie im Gottesdienst Gelegenheit die Predigt zu halten und sich damit den Wehrheimer vorzustellen. Der afrikanische Chor der französisch-reformierten Gemeinde aus Frankfurt brachte mit seinen Liedern afrikanisches Flair in unsere Kirche. Dr. Jean Mutombo, der durch die Kontakte zum Kongo schon lange mit Wehrheim verbunden ist, erzählte eindrücklich von der politischen Situation im Land. Im Vorlauf auf die Präsidentschaftswahl, die im November 2016 stattfinden soll, gibt es viele Diskussionen und Unruhen im Land. Das demokratische Bewusstsein unter der Bevölkerung ist da, doch sind die freien Wahlen wieder gefährdet. In seiner Predigt griff Bischof Elie den Gedanken der Demokratie auf, indem er die Einsetzung von 70 Ältesten zur Unterstützung des Mose bei der Wüstenwanderung des Volkes Israel in den Mittelpunkt rückte. Verantwortung und schwere Aufgaben werden von Gott auf viele Schultern verteilt werden, damit niemand überfordert ist und für alle gesorgt werden kann.

Durch die Begegnung an diesem Wochenende hat die Partnerschaft wieder neue Impulse bekommen. Unsere Anstrengungen werden dahin gehen auch weiterhin unsere Partner in der DR Kongo durch Gebet und Tat bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

  Neubau der Krankenstation in Lubumbashi, Stadtteil Katuba I

 

Seit November 2012 sind unsere Partner daran, den Bau der Krankenstation voran zu bringen. Es hat Verzögerungen durch Baustoffmangel, Verteuerung der Baumaterialien, Krankheitsfälle und starke Regenfälle in der Regenzeit gegeben. Dennoch ist das Dach nun endlich errichtet, so dass der Bau wenigstens geschützt ist.

                           Baufortschritt der Krankenstation (2016)

                            Afrika Abend in Wehrheim

Dr. Jean Mutombo beim Vortrag
Afrikanisches Buffet
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